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Leistungen · Chronische Zystitis

Wenn die Blase schmerzt und niemand eine Ursache findet

Manche Frauen haben über Jahre Blasenbeschwerden, ohne dass ein Infekt nachweisbar ist. Der Urin ist unauffällig, das Antibiotikum hilft nicht, die Beschwerden bleiben.

Häufig folgt daraus die Botschaft, es sei „nichts zu finden“ – oder es liege an der Psyche.

Das ist der Punkt, an dem viele aufhören zu suchen. Und der Punkt, an dem wir anfangen.

Interstitielle Zystitis und Blasenschmerzsyndrom

Beim Blasenschmerzsyndrom, zu dem die interstitielle Zystitis gehört, bestehen anhaltender Druck, Schmerz oder Beschwerden im Bereich der Blase – zusammen mit Symptomen wie ständigem Harndrang oder sehr häufigem Wasserlassen. Ein Erregernachweis fehlt.

Die Diagnose wird durch Ausschluss gestellt. Das braucht Zeit, eine strukturierte Abklärung und jemanden, der das Krankheitsbild kennt. Genau deshalb vergehen bis zur Diagnose oft Jahre.

Wie wir abklären

Eine Diagnose durch Ausschluss ist nur so gut wie die Systematik dahinter.

  • Ausführliche Anamnese, Schmerz- und Miktionsprotokoll
  • Urindiagnostik zum Ausschluss eines Infekts
  • Körperliche Untersuchung einschließlich Beurteilung des Beckenbodens
  • Blasenspiegelung zur Beurteilung der Blasenschleimhaut
  • Abgrenzung gegenüber anderen Ursachen chronischer Unterbauchbeschwerden

Intravesikale Instillationstherapie

Bei einem Teil der Betroffenen ist die schützende Schicht der Blaseninnenwand – die GAG-Schicht – geschädigt. Der Gedanke hinter der Instillationstherapie ist, diese Schutzschicht zu unterstützen.

Dabei wird über einen dünnen Katheter eine Lösung mit Hyaluronsäure (teils in Kombination mit Chondroitinsulfat) direkt in die Blase eingebracht und dort für eine begrenzte Zeit belassen. Die Behandlung erfolgt in einer Serie, zunächst in kürzeren, später in größeren Abständen.

Was die Therapie leisten kann – und was nicht

Ein Teil der Patientinnen berichtet über eine deutliche Linderung von Schmerz und Harndrang. Die Studienlage ist allerdings heterogen und die Evidenz begrenzt – die Instillationstherapie ist eine Behandlungsoption unter mehreren, keine gesicherte Standardtherapie und keine Heilung.

Wir besprechen vor Beginn offen, was realistisch zu erwarten ist, wie viele Sitzungen sinnvoll sind, was die Behandlung kostet und woran wir gemeinsam erkennen, ob sie Ihnen hilft. Wenn sie nicht wirkt, sagen wir das – und suchen weiter.

Was sonst noch dazugehört

Chronische Blasenbeschwerden bestehen selten isoliert. Beckenbodenverspannung, Schlafstörungen, Ernährung und die Belastung durch jahrelange Beschwerden spielen mit hinein. Wir betrachten das zusammen und arbeiten bei Bedarf mit Physiotherapie und Schmerzmedizin zusammen.

  • Harnwegsinfekte

    Wiederkehrende Infekte haben Ursachen. Wir suchen sie, statt den nächsten Infekt abzuwarten.

  • Beckenboden

    Funktionsbeurteilung, Erklärung, Therapieplan – und die Zusammenarbeit mit spezialisierter Physiotherapie.

  • Blasenspiegelung

    Angstbesetzt, und meistens nicht wegen der Schmerzen. Auf unserer Seite steht deshalb zuerst, wie wir die Untersuchung durchführen – das Medizinische danach.

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